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Die Waldgemeinde Borkheide ist noch ein sehr junger Ort, gegenüber der in der Nähe befindlichen Dörfer,
wie z.B. Alt-Bork, Neuendorf und Schäpe, die auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurückblicken. Die
Siedlungen Borkheide und Borkwalde entwickelten sich erst am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Mit
der Entstehung des Bahnhofes Bork fing alles an. Das Waldgebiet um das heutige Bahnhofsgelände hatte ein Herr
Bönninger und ein Prof. Dr. Jürgens zur Jagd gepachtet. Ihnen war es bald leid, vom Bahnhof Beelitz (Heilstätten)
zum Jagdgebiet zu laufen, und so finanzierten sie den Bau des Bahnhofes an der Berlin-Wetzlarer Eisenbahnstrecke.
Das war im Jahre 1900. Der Bahnhofsbau wiederum veranlasste Frau Mitternacht, im gleichen Jahr eine Waldschänke
zu bauen, das heutige Fliegerheim. Und so gaben ein Jagdschloß, eine Schenke das Bahnhofsgebäude und
ein Forsthaus Bork sein erstes Gepräge. 1906 siedelte sich der erste Berliner, der Zahnarzt Dr. Schäfer
in Bork an und baute sein Landhaus "Else" an der heutigen Schäper Str. Bork begann auch für
Immobilienhändler interessant zu werden. Der Geschäftsmann Poppenberg, gebürtiger Nimegker und der
Grundstücksmakler Rothgießer hatten große Flächen Wald erworben, um sie für lufthungrige
Berliner zu vermarkten. Diese beiden Herren waren die Gründer der Waldkolonie Bork.
Die weitere Entwicklung wurde
von Hans Grade mitbestimmt. Am 14. August 1909 zog der damals
30-Jährige auf Anraten Rothgießers von Magdeburg nach Bork. Sein Eindecker, seine "Libelle",
war schnell zusammengebaut, und am 17. August startete Grade erstmals auf dem "Marsfeld" in Bork. Durch
Grades erfolgreiche Flugversuche kamen viele Berliner, und manch einer sah in dem billigen Bauland eine Kapitalanlage.
Grade konnte durch das Preisgeld vom Lanz-Preis und seinen vielen Schauflügen 1909 seine erste Flugzeugfabrik
in Bork bauen. Nach dem ersten Weltkrieg stieg Grade auf die Automobilproduktion um. Ab 1910 war Bork das Ausflugsziel
vieler Berliner, die die Grade-Flieger sehen und auch einmal mitfliegen wollten. So kamen auch die ersten Siedler
aus Berlin. Um den Bahnhof und das Marsfeld entstanden die ersten Landhäuser und Gärten.
Ende 1937 wurden die Dörfer umbenannt, die einen slawischen Namen trugen. So wurde aus Wendisch-Bork Alt-Bork.
Gleichzeitig wurde aus der Kolonie Bork die Gemeinde Borkheide.
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