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20 Jahre "Der besondere Abend"

„20 Jahre – Der besondere Abend“ (1998 – 2018)

 

Ein Rückblick

 

Weit über die Grenzen unseres Ortes bekannt und von Kulturinteressierten aus der näheren und weiteren Umgebung gut besucht, besteht Borkheides Kulturreihe „Der besondere Abend“ seit 1998.

 

Seine Entstehung ist eher ein Zufallsprodukt aus einer spontanen Verabredung des damaligen brandenburgischen Kulturministers Steffen Reiche mit dem, gerade erst aus Hamburg zugezogenen Kammersänger Peter Haage, zu einer Lesung mit Gesang, in Borkheide. Aber wie das mit spontanen Dingen so ist, man hatte einen Tag vor der Veranstaltung noch keinen Pianisten. Der rettende Engel war Werner Scholl aus Potsdam.

Der Saal des Hotel „Fliegerheim“ war gut gefüllt, meist mit Menschen die aus reiner Neugier kamen. Es wurde ein voller Erfolg! Die Reaktion vieler Leute nach der Veranstaltung war, man sollte so etwas unbedingt wiederholen. Daraufhin machte Peter Haage einen zweiten, ebenso erfolgreichen Versuch mit einem Kammerkonzert, bei dem Musiker aus dem Bekanntenkreis spielten. Dennoch hätte damals niemand gedacht, dass daraus eine zwanzig Jahre währende Veranstaltungsreihe in einem kleinen Ort in der Mark entstehen würde die sich in der Region zu einer Besonderheit entwickelte, ja sogar damals Vorbildfunktion hatte. Nun musste das Kind aber auch einen Namen haben. Kurz entschlossen wurde daraus „Der besondere Abend“. Edda Haage, als ehemalige Balletttänzerin sozusagen vom Fach, übernahm den Part fürs Administrative. Hierfür von Nutzen war die Erfahrung, die sie seit zwei Jahren mit der Organisation von Weihnachtskonzerten in Borkheide gesammelt hatte.

 

Leider verstarb Peter Haage am 23. Juni 2005. Im November veranstalteten die Pianistin Anna Skryleva, (sie ist inzwischen eine erfolgreiche Dirigentin) und die Bratscherin Marjana Vozovic (weltweit gefragt als Bratsche spielende Artistin) ein Gedenkkonzert: „Erinnerungen an einen Freund“. Das war das Signal für Edda Haage weiter zu machen.

 

Neben ihren Förderungen für die örtlichen Vereine, stellt die Gemeinde Borkheide jährlich einen kleinen Etat für den besonderen Abend zur Verfügung und vor einigen Jahren wurde sogar ein neuer Flügel angeschafft. Seit vielen Jahren gibt es auch einen Zuschuss von der Kulturförderung des Landkreises-Potsdam-Mittelmark. In den zwanzig Jahren ihres Bestehens zeichnet es die kleine Kulturreihe aus, dass sie mit wenig Geld Vielfalt und vor allem künstlerische Qualität bietet. Damit sich jeder Kultur leisten kann gilt, statt Eintritt zu verlangen das Solidarprinzip, das heißt jeder spendet nach seinem Geldbeutel, was sich in all den Jahren immer gut gerechnet hat. Die Organisatorin arbeitet nach wie vor unentgeltlich.

 

Bei den meist durch klassische Musik geprägten Veranstaltungen traten neben jungen aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern, von denen später viele Karriere machten, auch so arrivierte wie zum Beispiel von der „Staatskapelle Berlin“, Musiker der sogenannten ersten Pulte des „RSB“, die „Berliner Harmoniker“ mit Musikern der „Berliner Philharmoniker“, Solisten des „SWR Rundfunkorchesters Kaiserslautern“ und sogar des „New York Philharmonic Orchestra“ auf.

Im Laufe der Jahre wurde das Programm auch anderen Genres geöffnet. Neben Commedia dell'arte konnte man auch mal Tango mit dem bekannten argentinischen Bandoneonisten Stazo Major hören, „Some Handsome Hands“ sechs Hände an einem Flügel, die Gospeldiva Deborah Woodson, Rock‘n Roller aus Hamburg (mit Mathias Haage), die Vizeweltmeisterin der Singenden Säge, Swing, Lesungen, Liederabende, Klavierrecitals, Kammerchöre, kleine Schauspiele, Flamenco, Glasorgel, Handglockenchor, etc. erleben. Es gab Erstlesungen der damals in Borkwalde lebenden Schriftstellerin Andrea Jennert, des Borkheider Krimiautors Uwe Schomburg und der Heimatschriftstellerin Monika Stechbarth, aus Brück.

 

Es gäbe noch unglaublich vieles aufzuzählen und vieles zu erzählen. Doch eine der Eigenproduktionen des besonderen Abends wäre zum Schluss des Rückblicks noch zu erwähnen, nämlich „Mittelmärker lesen ihren Heine“  mit Landrat Koch, Pfarrer Baier, Amtsdirektor Großmann und den Kindern Marthe, Jasmin und Tim (alle drei inzwischen erwachsen), Manuskript Dr. Günther Taege (Borkheide).

 

Für Kinder werden bei jeder Veranstaltung Plätze in der ersten Reihe reserviert denn, wie heißt es bei Bettina Wegener: „Sind so kleine Seelen offen und ganz frei...“.
 

Wahlspruch des besonderen Abends: „Kultur ist ein Lebensmittel, ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen.“  

                                                                                                                    

© EH 2018